Arbeitswelten 2024

Die von Lina Dinkla (DOK Leipzig) und Katharina Franck kuratierte Programmsektion widmet sich realen Arbeitsbedingungen im Europa des 21. Jahrhunderts und rückt 2024 Menschen im Spannungsfeld zwischen Beruf und Aktivismus ins Zentrum.


 

Berufung: Veränderung!


Zum 21. Mal legt die Crossing Europe-Programmschiene Arbeitswelten einen Fokus auf reale Arbeitsverhältnisse im Europa der Gegenwart. Unter dem diesjährigen Themenschwerpunkt mit dem Titel Berufung: Veränderung! stellen vier Dokumentarfilme Menschen ins Zentrum, deren berufliche Tätigkeiten fließend ins aktivistische Handeln übergehen – mal mehr, mal weniger freiwillig oder absichtsvoll. So gewährt die Filmreihe 2024 etwa einen Einblick in die Arbeit von Journalistinnen in Krisenregionen, die mit patriarchalen Strukturen, diktatorischen Regimen und Terrororganisationen konfrontiert werden, oder begleitet die Beziehung zwischen einer*einem Dragperfomer*in und einer Anwältin für LGBTIQA+-Rechte, die in der queerfeindlichen Mehrheitsgesellschaft in Armenien einfach nur ein normales Leben führen möchten.

 

Bekanntgabe der ersten Filme der Sektion Arbeitswelten:
 
WAS BLEIBT – JOURNALISTINNEN IN KRISENREGIONEN (DE 2023)
Regie: Lotta Pommerien, 79 min, Dokumentarfilm / Österreichpremiere
 
Die Menge an Nachrichten aus Krisengebieten ist unüberschaubar, täglich gibt es Neues zu berichten – die Menschen hinter den News bleiben meist unbekannt. Dieser Film begleitet drei Journalistinnen u.a. in Afghanistan, Belarus und Kongo, deren Arbeit für Zeitung oder Fernsehen aus diesen Regionen weit mehr als neutrale Berichterstattung bedeutet. Die Konfrontation mit patriarchalischen Strukturen, diktatorischen Regimen oder terroristischen Organisationen lassen die Grenzen zwischen Professionalität im Job und eigenen moralisch-politischen Überzeugungen verschwimmen und Atempausen gibt es kaum.


BEAUTY AND THE LAWYER (AM/FR 2023)
Regie: Hovhannes Ishkhanyan, 105 min, Dokumentarfilm / Österreichpremiere
 
Lohnarbeit im klassischen Sinne ist für Garik kaum eine Option. In Armenien als queerer Mensch mehrfachdiskriminiert, angefeindet und bedroht, arbeitet Gariks Alter Ego „Carabina“ als Performancekünstler*in und Sexarbeiter*in. Ehefrau Hasmik setzt sich derweil als Anwältin für LGBTIQA+-Rechte ein und ist Mutter des gemeinsamen Kindes. Um finanziell unabhängiger zu werden, beginnt Garik ein Haus für die gemeinsame Kleinfamilie zu bauen. Dort sollen die Drei ein Zuhause haben, inmitten der hasserfüllten Wertvorstellungen der konservativen Mehrheit im Land und den eigenen Ideen von Bürgerlichkeit, Freiheit und Liebe. 
 



Die weiteren beiden Filme der Programmsektion Arbeitswelten sind ab 19. April online auf crossingeurope.at zu finden. Kuratiert wurde die Programmschiene von Lina Dinkla (DOK Leipzig) und Katharina Franck. Mit freundlicher Unterstützung von AK Oberösterreich/Kultur.



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© Lotta Pommerien

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© SaNoSi Productions