Crossover

MATTHIAS WOLLGAST (DE)
MAKING OF: The Steps with no Name

Installation und Buchpräsentation

Von Anfang an war das OÖ Kulturquartier mehr als nur Festivalzentrum für CROSSING EUROPE. Die Zusammenarbeit ist seit dem gemeinsamen Beginn von einem lebendigen inhaltlichen Austausch geprägt. So bereichert die 2020 gegründete OÖ Landes-Kultur GmbH das Festival auch in diesem Jahr um ein künstlerisches Projekt an der Schnittstelle zwischen Bildender Kunst und Kino.

In seiner Präsentation und in der gleichnamigen Publikation, die beim Festival im Rahmen eines Podiumsgesprächs den Release feiern wird, erzählt der deutsche Künstler Matthias Wollgast von der akribischen Vorbereitung und vom Dreh des Spielfilms THE STEPS WITH NO NAME (GB/DE/AT 2020). Der Panorama Fiction-Beitrag des Vorjahres stellt “auf subtile Art die Frage nach dem Licht und dessen Schattenseiten und verhandelt über die Figur des Ray Mondt – einem ehemaligen Polarforscher, der eine Sonnenallergie entwickelt hat – die Umweltfolgen von Technikentwicklung und Fortschrittswahn.” So schreibt Sarah Sander in einer Festival-Review für das Ray Filmmagazin im April 2020.

Einzig, dass CROSSING EUROPE 2020 in der beschriebenen Form gar nicht stattgefunden hat. Matthias Wollgasts Ausstellung und Publikation liefern nichtsdestotrotz allerhand Beweise für die Existenz des Films in Form von Requisiten, Postern, Filmstills und Kulissen sowie ihren Modellen – allesamt durchaus überzeugend, allein der Film existiert ausschließlich in dieser Darstellung. Und genau im Erkennen dieser Inszenierung wird unser Denken auf die Mechanismen der Bilder, auf die Rhetorik ihrer Überzeugungskraft gelenkt und wir erkennen die ikonischen Strategien, das Entstehen von Bedeutung. Wir lesen die Bilder nun auf der archäologischen Ebene ihres Prozesses und nicht mehr auf der hermeneutischen Ebene ihrer Bedeutungen. In Zeiten politischer Manipulation von Bildern ist die in den Werken von Matthias Wollgast angelegte Reflexion über das Verhältnis von Bild und Wirklichkeit anachronistisch und hochaktuell zugleich.

Nach einer mehrjährigen Entwicklungszeit kommt das Projekt durch die Veröffentlichung der Publikation bei CROSSING EUROPE 2021 zu seinem vorläufigen Abschluss.

Installation, 1.6.-6.6.
Buchpräsentation & Diskussion / Book presentation & discussion 2.6., 18:00
Ursulinenhof, Foyer Presseclub, 1. Stock / 1st floor
ok-centrum.at

MATTHIAS WOLLGAST (DE) MAKING OF: The Steps with no Name, Set II 2020 VG Bild Matthias Wollgast, courtesy Galerie Rupert Pfab Düsseldorf
 

MATTHIAS WOLLGAST (DE) MAKING OF: The Steps with no Name, prop no.6 2019 VG Bild Matthias Wollgast, courtesy Galerie Rupert Pfab Düsseldorf


 

LENTOS Featured Artist | Bernd Oppl

Anlässlich des Festivals CROSSING EUROPE 2021 ist Bernd Oppl Featured Artist im LENTOS Kunstmuseum Linz. Die Raumerzählungen und Objekte von Bernd Oppl sind sinnlich und technisch-kühl zugleich – sie bestechen durch die präzise und durchdachte Ausführung, führen uns aber gleichzeitig unsere Sichtweisen zu Raum, Medien und Wahrnehmung vor Augen und bedeuten damit auch eine Beschäftigung mit uns selbst. Die Installationen und Objekte zeigen, wie wir uns mit Architektur, Film, Medien und den sich ergebenden Zwischenräumen auseinandersetzen.

Zentrale Arbeit der Schau ist die Installation SCREENING ROOM. Beim Blick in einen schwarzen Guckkasten wird die klassische Situation eines Vorführraumes mit Sitzgelegenheit und Projektionsfläche sichtbar. Nach kurzer Zeit erscheint dann das Selbstbild der Betrachter*innen auf der miniaturisierten Leinwand. Ein geschicktes und vielschichtiges Vexierspiel aus voyeuristischer Position, Kino, Selfie und Immersion.
Bernd Oppl, geboren 1980 in Innsbruck, studierte an der Kunstuniversität Linz (Malerei und Grafik) und an der Akademie der bildenden Künste Wien (Video und Videoinstallation). Er lebt und arbeitet in Wien und war bereits mehrmals mit experimentellen Arbeiten bei CROSSING EUROPE vertreten. – Die Ausstellung läuft vom 2. Juni bis 29. August 2021. Begleitend erscheint ein Booklet.

2.6.-29.8., tgl. 10:00 - 18:00 Uhr, am Do bis 19:00 Uhr, Mo geschlossen
Soft-Opening: Mi. 2.6., 16:00 Uhr
lentos.at



Lentos Featured Artist Hidden Rooms by Bernd Oppel © Galerie Krinzinger

 

FMR 21: Kunst, digital, Festival, ephemer, Mühlkreisbahnhof

FMR is back! Das biennal stattfindende Festival präsentiert auch heuer wieder künstlerische Positionen, die den ephemeren Charakter unserer digitalen und vernetzten Gegenwart reflektieren. Es fokussiert die Verschiebungen, Verwerfungen und Brüche, die eine immer weiter fortschreitende Digitalisierung des Alltagslebens mit sich bringen und stellt zeitgenössische Künstler*innen aus Bildender Kunst, Medienkunst, Internet Art und Performance vor, die sich diesem Phänomen widmen.

Die zweite Ausgabe des Festivals findet dieses Mal parallel zu Crossing Europe von 1. bis 6. Juni 2021 statt. Nach der Erstausgabe 2019 entlang der Linzer Donaulände wird dieses Mal das Areal rund um den Linzer Mühlkreisbahnhof in einen offenen und frei zugänglichen Ausstellungsraum transformiert. Dazu gibt es ein mehrtägiges Rahmenprogramm mit Symposium, Artist Talks, Rundgängen und Konzerten.

Teilnehmende Künstler*innen sind u. a. Thomas Albdorf (AUT), Filipe Vilas Boas (POR), Clara Boesl (AUT), Unnur Andrea Einarsdóttir & Boris Kourtoukov (ICE/RUS), Tom Galle (BEL), Kyriaki Goni (GRE), Edurne Herrán (ESP), Yarli Allison Lam (CAN), Lucas LaRochelle (CAN), Aimilia Liontou (GRE), Jaakko Myyri (FIN), Elisa Giardina Papa (ITA), Carlos Saez (ESP), Matthias Schäfer (GER), Simon Weckert (GER) und Zara Worth (ENG).

Kuratiert, programmiert und organisiert wird FMR 21 von qujOchÖ, servus.at, dem Atelierhaus Salzamt, der Abteilung Medientheorien der Kunstuniversität Linz und der Sturm und Drang Galerie.

1.6.-6.6; Gelände Mühlkreisbahnhof, Linz-Urfahr 
linzfmr.at


LINZ FMR Festival © Sun Obwegeser