Medieninformation #4/26

Eröffnungsfilme 2026 | Tribute: European Eighties | Arbeitswelten: Am Limit - und kein Ende | filmfriend & KINO VOD CLUB

 
06.04.2026 //
Am 28. April startet das 23. Crossing Europe Filmfestival Linz. In dieser Medieninformation verkünden wir die vier Eröffnungstitel, die repräsentativ für das filmische Spektrum des diesjährigen Festivalprogramms stehen. Die Tribute-Programmschiene wendet sich dem europäischen Kino der Achtziger zu und die Sektion Arbeitswelten steht heuer unter dem Titel „Am Limit – und kein Ende“. Zudem gibt es auf den Streaming-Plattformen filmfriend.at und KINO VOD CLUB erneut neue, bzw. erweiterte Kollektionen mit Filmen früherer Crossing Europe-Ausgaben zu entdecken.
 
Eröffnungsfilme am 28. April
 
Crossing Europe eröffnet nach bewährter Tradition auch heuer mit vier Arbeiten, die stellvertretend für die künstlerische und thematische Vielfalt im Festivalprogramm stehen. Bereits vor der offiziellen Eröffnung sind am Nachmittag zudem Filme aus mehreren Programmsektionen zu sehen.

Die Schwestern Anna und Charlotte befinden sich in DONKEY DAYS (NL/DE 2025, European Panorama Fiction; Weltpremiere: Locarno Film Festival 2025) stets im Orbit ihrer Mutter Ines, buhlen um ihre Gunst und tolerieren dabei Beleidigungen über Gewicht und Aussehen. Mit düsterem Humor und anachronistischen Fantasiesequenzen zeichnet Regisseurin und Crossing Europe Preisträgerin Rosanne Pel ein eindringliches Bild einer dysfunktionalen Familieneinheit.
Im Alter von zehn Jahren und wenige Wochen nach Beginn der Belagerung Sarajewos wurde Mirela gemeinsam mit über 60 weiteren Kindern in einem Buskonvoi nach Italien gebracht. Rund 30 Jahre später begleitet sie Regisseur Massimiliano Battistella in DOM (IT/BA 2025, European Panorama Documentary; Weltpremiere: Giornate degli Autori / Venedig 2025) auf eine Reise in ihre Vergangenheit und bei der Suche nach der eigenen Identität: Zum Ersten Mal kehrt sie nach Bosnien und zu dem Waisenhaus zurück, in dem sie bis 1992 aufwuchs.
Die Tribute-Programmsektion widmet sich 2026 dem europäischen Kino der 1980er und eröffnet mit Chantal Akermans erster und einziger Muscialkomödie: In GOLDEN EIGHTIES (FR/BE/CH 1986; Weltpremiere: Cannes Film Festival 1986) entfaltet sich ein quietschbuntes Liebesgeplänkel im Neonlicht der Warenwelt eines Kaufhauses, schrill und bittersüß in seiner Kritik an der Liebe als Währung inmitten der mode-, konsum- und frisurenverrückten Achtziger.
Gábor Holtais Langfilmdebüt ITT ÉRZEM MAGAM OTTHON / FEELS LIKE HOME (HU/CZ 2025; Weltpremiere: Sitges Film Festival 2025) eröffnet die diesjährige Nachtsicht: Der beklemmend inszenierte und grandios gespielte Psychothriller bricht Genre-Konventionen mit geschickten Wendungen und wurde in Ungarn wohl nicht zuletzt aufgrund seiner Lesbarkeit als bissige Autokratie-Kritik zum Publikumshit. Am Wochenende nach Crossing Europe zu sehen bei SLASH ½ in Wien.
 
Tribute: European Eighties
 
Die Tribute-Programmschiene widmet sich heuer erstmals nicht dem Oeuvre einzelner Filmschaffender oder eines Kollektivs, sondern einem Jahrzehnt: Die Nostalgie für die 1980er hält sich hartnäckig im Rampenlicht der Popkultur, speist sich dabei aber oft aus dem ästhetischen Reservoir der US-Filmgeschichte. Das DiskollektivAndrey Arnold, Valerie Dirk, Iris Fraueneder und Ulrike Wirth – spürt dem „Eighties“-Kino Europas nach, richtet das Schlaglicht dabei gezielt auf die europäischen Mittelschicht-Milieus jener Zeit und beschaut sie aus einer vorrangig feministischen Perspektive.
 
Zu Chantal Akermans Musicalkomödie GOLDEN EIGHTIES (FR/BE/CH 1986; siehe Eröffnungsfilme) gesellt sich Christian Schochers semidokumentarischer Kultfilm REISENDER KRIEGER DIRECTOR’S CUT (CH 1981/2008). Dieser führt einen einsamen Handelsvertreter in grobkörnigem Schwarzweiß über Autobahnen, in Kaufhäuser, Kosmetiksalons und Bars, wo er immer wieder kuriose, teils auch verführerische Begegnungen hat. In BURNING AN ILLUSION (GB 1981), Menelik Shabazz’ Klassiker des Black British Cinema, lernt Pat einen jungen Mann lieben, der zu ihr zieht. Doch als seine Kumpels das Wohnzimmer in Beschlag nehmen und Pats Hoffnungen auf eine perfekte Ehe zunichtemachen, wird ihr klar, dass ihr Mittelklasse-Mädchentraum im neoliberalen und rassistischen England zu Beginn der Thatcher-Ära von vornherein zum Scheitern verurteilt war. In DE STILTE ROND CHRISTINE M. (NL 1982) muss eine Gerichtspsychologin ein Gutachten über drei Frauen erstellen, die angeklagt sind, einen Modeboutique-Besitzer ermordet zu haben. Der Gerichtsthriller der späteren niederländischen Oscar-Preisträgerin Marleen Gorris entpuppt sich als vielschichtige Auseinandersetzung mit feministischer Wut, die bald auf die Psychologin übergreift. Komplettiert wird die filmische Odyssee im Westeuropa der Achtziger durch Elfi Mikeschs und Monika Treuts VERFÜHRUNG: DIE GRAUSAME FRAU (DE 1985), der als queerer SM-Film seinerzeit kontroverse Reaktionen auslöste. Eine Domina namens Wanda hat sich darin ihr eigenes, in kühles Blau getauchtes Reich aufgebaut hat, in dem sich Gespielen und Gespielinnen jeden Geschlechts tummeln.
 
Arbeitswelten: Am Limit – und kein Ende
 
Seit über zwei Jahrzehnten wirft die Programmschiene Arbeitswelten einen genauen Blick auf die vielfältigen europäische Beschäftigungsrealitäten. In diesem Jahr richtet sich der Fokus unter dem Titel „Am Limit – und kein Ende“ auf jene, die oft übersehen werden: Menschen, die mit ihren Händen arbeiten, die tagtäglich anpacken, die Dinge herstellen, instandhalten, reinigen – und danach unter Umständen noch zu einem zweiten Job aufbrechen. Und zugleich auf Personen, die sich organisieren, die Missstände nicht hinnehmen und für gerechtere Bezahlung sowie würdigere Arbeitsbedingungen kämpfen – und dabei auch Erfolge erzielen.
 
Heike ist Objektleiterin einer Reinigungsfirma und die zentrale Figur im Spielfilm ICH VERSTEHE IHREN UNMUT (R: Kilian Armando Friedrich, DE 2026; Verleih in Österreich: Stadtkino Filmverleih, Pressekontakt: m.heschl@what1f.com). Sie arbeitet in einem System von Subunternehmen, das völlig pervertiert zu sein scheint. Ständiger Druck, unfaire Vorgaben und ein Mangel an Unterstützung belasten sie so lange, bis es reicht. Auch WELDED TOGETHER (R: Anastasiya Miroshnichenko, FR/NL/BE 2025) zeigt mit Katya eine Frau, die einem körperlich und emotional fordernden Beruf nachgeht. Als Schweißerin erlebt sie jedoch Anerkennung und Freude an ihrer Arbeit, während ihr Privatleben von Ablehnung, Missbrauch und Co-Abhängigkeit geprägt ist. ONO ŠTO TREBA ČINITI (R: Srđan Kovačević, HR/SI/RS 2025) hingegen erzählt vom direkten Arbeitskampf: Die Werftarbeiter*innen im slowenischen Koper kämpfen gemeinsam für bessere Arbeitsverträge. Unterstützt von einem Büro für Arbeitnehmer*innenrechte gelingt es ihnen, einen überraschenden Erfolg zu erzielen. Aussichtslos scheint indes der Kampf der Belegschaft eines Heizkraftwerks in Kurachowe, Ukraine: In OSTANNII PROMETEI DONBASU (R: Anton Shtuka, UA 2025) hält diese unter Dauerbeschuss bis zum Schluss durch und versucht, das Werk für die Bewohner*innen der Stadt am Laufen zu halten.
 
Kuratiert wurde die Programmschiene von Lina Dinkla (DOK Leipzig) und Katharina Franck. Mit freundlicher Unterstützung von AK Oberösterreich/Kultur.
 
Crossing Europe auf filmfriend.at
 
Zur 23. Festivalausgabe erweitert filmfriend, die Streaming-Plattform für Bibliotheken, erneut die umfangreiche Crossing Europe-Kollektion. Mehr als 60 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme aus vergangenen Festivalausgaben gibt es dort zu entdecken – gemeinsam kuratiert von filmfriend und Crossing Europe, in Kooperation mit Stadtbibliothek Linz.
 
Die Crossing Europe-Kollektion ist HIER abrufbar.
 
Filmfriend ist für Mitglieder zahlreicher angeschlossener Bibliotheken im deutschsprachigen Raum mit dem jeweiligen Bibliotheksausweis kostenlos nutzbar. Neben der Crossing Europe Kollektion präsentiert sich den Nutzer*innen eine Auswahl von mehr als 3200 Spiel-, Dokumentar-, Kinderfilmen und 200 Serien.
 
 
Crossing Europe EXTENDED:
Kollektion auf KINO VOD CLUB von 17.4. – 31.5.2025
 
Filmschaffen mit Oberösterreichbezug im Fokus: Die heimische Streaming-Plattform KINO VOD CLUB präsentiert von 17. April bis 31. Mai ausgewählte Titel der Competition Local Artists 2025. Zusätzlich sind Arbeiten von Edgar Honetschläger (Local Artists Special 2025) und Crossing Europe-Preisträgerin Jola Wieczorek zu sehen, die für die Kollektion ein Programm mit eigenen Kurzfilmen kuratiert hat.
 
Alle Filme der VOD-Auswahl auf vodclub.online
(ausschließlich in Österreich verfügbar)

Eine ausführliche Presseinformation finden Sie hier auf dieser Seite. Logo und Festivalsujet sind auf unserer Website verfügbar.

 

Ausführliche Medieninformation HIER: