Exposed

 
„Exposed“ heißt wörtlich übersetzt so viel wie „preisgegeben“ oder „freiliegend“. In der Photographie bedeutet es „belichtet“. Siegfried A. Fruhaufs gleichnamiger Film arbeitet mit dieser Doppelbedeutung: Exposed nimmt eine kurze Spielfilmszene- ein Mann beobachtet eine tanzende Frau durch das Schlüsselloch- als Ausgangsmaterial, das dem Blick des Zuschauers nur fragmentarisch preisgegeben wird. Indem Fruhauf die Perforation eines Filmstreifens wie ein bewegliches Sieb vor dem Projektor wandern lässt, „belichtet“ er die Szene neu. Der Blick des Publikums auf das Szenario bleibt selektiv. Während uns die bewegliche Schablone immer nur kleine Teile des Bildfeldes zur Sicht freigibt, wiederholt sich das „Peeping Tom“-Motiv der Narration in unserer eigenen Wahrnehmung. Das Sehen verliert seine Selbstverständlichkeit und gewinnt gerade deshalb an Reiz. (Maya McKechneay)

Translated literally „exposed“ means „to make something visible“ or „uncovered“. In photography it means to subject photographic film to light. Exposed uses a short scene from a feature film - a man observes a dancing woman through a keyhole - as the raw material. Solely fragments of this tableau are visible to the viewer, and Fruhauf „re-exposes“ the scene by passing the perforations of a strip of film in front of the projector so that they resemble a moving sieve. Sight can no longer be taken for granted and therefore increases in fascination. (Maya McKechneay)

OK Artist in Residence 2004
Siegfried A. Fruhauf
Österreich 2001
black & white
9 Minuten