Autour de Pinget

 
Postmortem-Porträt des schweizer Avantgarde-Autors Robert Pinget (1919-1997), Verfasser zahlreicher experimenteller Romane, Bühnenstücke und Hörspiele, Freund und Übersetzer von Samuel Beckett. WeggenossInnen, darunter der Schriftsteller Alain Robbe-Grillet, nähern sich in Erzählungen seiner Persönlichkeit an. Meier versucht unterdessen, Pingets Widersprüche und Entgleisungen auf ähnliche Weise zu schildern, wie dieser zu schreiben pflegte, insbesondere in seinem modernistischen Roman Autour de Mortin: eine Reihe widersprüchlicher Befragungen in Zusammenhang mit den Tatsachen und Taten eines gewissen Mortin, der seinerseits ein Buch über das Leben eines gewissen Mortier schreibt … Unablässig hinterfragt der Film die Beziehung zur Realität, die Beziehung zwischen dem Imaginären und der Biographie; er führt uns an Orte zurück, die Bedeutung im Leben des Schriftstellers erlangten und die man in seinen Büchern in veränderter Form wieder findet – Savoyen, die Touraine – und weiht uns dabei in gewisse Geheimnisse ein … (Maya McKechneay)

Inspired by one of Robert Pinget’s books (Autour de Mortin) this documentary film adopts the style of a police inquiry focusing on the author himself, complete with false clues, contradictions and various errors. A series of contradictory interrogations concerning the deeds and behavior of a certain Mortin, who is himself an author and who is writing a book about a certain Mortier. The film constantly questions the relationship of events to reality: What is imaginary and what is autobiographical? It takes us to locations from the writer’s past, which have been transformed in his books – the Savoy region, Touraine – revealing certain secrets… (Swiss Film)

Director's Biography
1971 in Besançon (Frankreich) als Kind eines französisch-schweizerischen Elternpaares geboren. Studierte am Institut des Arts de Diffusion, Belgien. Ihr dortiger Abschlussfilm, Le songe d‘Isaac, wurde 1994 für einen Kurzfilm-Oscar nominiert. Ihr aktueller Spielfilm Home feierte in Cannes Premiere und erhielt 2009 den Schweizer Filmpreis Quartz in der Kategorie „Bester Spielfilm“. Ursula Meier lebt und arbeitet derzeit in Brüssel.
Tribute 2009
Ursula Meier
Schweiz / Belgien 2000
color
52 Minuten
Drehbuch Ursula Meier
Kamera Hans Meier, Patrice Cologne, Pascale Rebetez, Ursula Meier
Schnitt Julie Brenta
Musik Philippe Cam
Produktion
Koproduktion Need Productions (BE) PCT Cinéma Télévision (CH)